Das Lernen lernen

Die Mittelstufe

In der Zeit des Umbruchs der Pubertät ist der Prozess, durch den die Schüler:innen neue Erkenntnisse gewinnen, genauso wichtig wie das Ergebnis, das dabei errungen wird. Dementsprechend wurde ein spezielles Konzept für die Klassen 7 bis 9 entwickelt.

Mit jedem neuen Schuljahr erweitert sich der Horizont der im Unterricht behandelten Themen und Stoffgebiete, bis am Ende der 8. Klasse die ganze Welt ins Blickfeld der jungen Menschen gerückt ist. Eigenes Handeln, die künstlerische Auseinandersetzung mit der Materie und mit zunehmendem Alter auch die selbstständige Begriffsbildung durchziehen alle Unterrichtsgebiete. 

In den Fächern Physik und Chemie bilden nun genaue Beobachtung und sachliche Wiedergabe der Phänomene den Ausgangspunkt für eine neue Qualität des Denkens: das selbstständige Erkennen von Kausalitäten. 

Besonderheiten in Klasse 7:
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • zweiwöchiges Forstpraktikum
in Klasse 8:
  • Theaterprojekt
  • praktische Projektarbeit
  • Biografiearbeit mit Vortrag
  • verschiedene klassenspezifische Projekte wie Drogenprävention, Mädchen-Jungen-Tag u. a.
in Klasse 9:
  • dreiwöchiges Landwirtschaftspraktikum
  • handwerklich-künstlerischer Projektunterricht
5.- 8. Klasse

Gartenbauunterricht

Der Anbau unserer Kulturpflanzen erfordert viel Achtsamkeit und bringt Zusammenhänge von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte zum Erleben. Bei der Arbeit sind unsere Hände die ersten und wichtigsten Werkzeuge. Der Umgang mit Hacke, Spaten, Harke, Rosenschere und Säge wird geübt. Dadurch bekommen Geschick und Kraft eine Kooperationsaufgabe. Der Selbstzweck tritt in den Hintergrund, doch erleben die Schüler:innen unmittelbar ihre Selbstwirksamkeit. Wir verarbeiten die gerade aus dem Boden geholten Kartoffeln zu Ofenpommes, die gepflückten oder aufgesammelten Pfirsiche und Pflaumen zu Marmelade und das Fallobst der Apfelbäume zu leckerem Kompott. Wir trocknen Kräuter und Äpfel für den Wintervorrat usw. Die Arbeit am Kompost bringt Vergehen, Verwandlung und Neuanfang ins Sichtbare. Im Winter ziehen wir wunderschöne Bienenwachskerzen und binden Adventskränze. Wir arbeiten und stellen uns den Widerständen in und um uns.

Handwerk: Lernen mit Kopf, Herz und Hand

Handwerk

„Was der Mensch durch seine eigene Tätigkeit an der äußeren Welt hervorbringt, das wirkt am stärksten auf ihn zurück.“
Rudolf Steiner

In unserer Pädagogik führt der Weg des Lernens von der Praxis zur Theorie: Die Welt soll von den Schüler:innen zuerst erlebt und erst dann begriffen werden. Ob im Hauptunterricht oder in Fachstunden – überall fordern wir zum aktiven Tun heraus.

Bereits in den ersten Schuljahren sind Hausbau, Feldbau und Hauswirtschaft in den Hauptunterricht integriert. In der Handarbeit werden Feinmotorik, Konzentration und Materialverständnis geschult. Kreativität und gezielter Krafteinsatz entfalten sich durch die praktischen Fächer wie Handarbeit, Werken und Gartenbau in der Unter- und Mittelstufe.

Der Handarbeitsunterricht beginnt in der 1. Klasse und begleitet die Schüler:innen bis zum Beginn der Oberstufe. Ab der 5. Klasse kommt der Werkunterricht mit Holz hinzu, der bis zur 8. Klasse fortgeführt wird.

In den Klassen 9 und 10 erhalten die Schüler:innen eine handwerkliche Grundausbildung in den Bereichen Schreinern, Schneidern und Schmieden.

Diese starke handwerkliche Ausrichtung schafft ein Gegengewicht zur kognitiven Schulung – und fördert zugleich Gestaltungsfähigkeit, Willenskraft und Urteilsvermögen.

Stimmen aus der Schule

„Ich dachte früher, ich bin nicht kreativ – aber beim Schmieden habe ich gemerkt, dass man auch mit Kraft etwas Schönes machen kann.“
Luise
7. Klasse
„Beim Nähen habe ich gelernt, dass man Geduld braucht – und dass es am Ende ein tolles Gefühl ist, wenn etwas mit den eigenen Händen entstanden ist.“
David
12. Klasse
Im Garten sehe ich, wie aus kleinen Samen etwas wächst. Das ist irgendwie wie mit uns: Man entwickelt sich langsam – aber stetig.“
Hannah
8. Klasse